Anteile an Genossenschaften: erst prüfen, dann zeichnen

Viele meiner Kunden stufen ihre Genossenschaftsanteile als sichere Anlage ein. Das liegt wohl daran, dass Genossenschaften ein gutes Image haben. Viele Banken, Wohnungsbau-Gesellschaften, Energiebetriebe oder Einkaufsgemeinschaften sind genossenschaftlich organisiert und sind damit eher in konservativen Branchen angesiedelt. Zudem mutet so ein genossenschaftlicher Anteilsschein mit einer relativ stabilen Verzinsung eher wie eine Sparanlage an.

In der Tat sind diese Anteile jedoch nichts anderes als eine Beteiligung an einem Unternehmen, deren Kurs am Unternehmenswert gemessen wird. Macht das Unternehmen Gewinn, so wird dieser an die Genossen ausgezahlt. Schmälern jedoch Verluste den Unternehmenswert, so sinkt auch der Wert der Beteiligung. Aus einem Anteil von 100 Euro kann dann bei Verkauf durchaus weniger werden. 

Darüber sind sich die wenigsten Anteilseigner im Klaren. Das liegt daran, dass das strenge Kleinanlegerschutzgesetz nicht für Genossenschaften gilt. Diese können beispielsweise Darlehn bei ihren Mitgliedern einwerben, ohne im Verkaufsprospekt über die Risiken zu informieren. Dass dies für die Genossen teuer werden kann, zeigen die aktuellen Beispiele der  Wohnungsbaugenossenschaft Geno e.G. und die Genossenschaft für Umwelttechnologie Gut e. G. In beiden Fällen, wurde den Mitgliedern nicht die versprochene Leistung erbracht. Wer aussteigt, muss mit Abschlägen rechnen.

Pünktlicher Jahresabschluss und ordnungsgemäße Geschäftsführung

Wer also Genossenschaftsanteile ins Portfolio aufnehmen möchte, sollte sich genau über das jeweilige Unternehmen informieren. So gehört eine seriöse Genossenschaft einem genossenschaftlichen Prüfverband an, der den Jahresabschluss und die „ordnungsgemäße Geschäftsführung“überwacht. Als Genossenschaftsmitglied darf man den Prüfungsbericht einsehen und kann sich daraus ein Bild machen. 

Auch die Satzung sollten Sie genau lesen. Darin steht auch, ob Sie verpflichtet sind, Geld nachzuschießen, wenn es Probleme mit der Zahlungsfähigkeit gibt. Genossenschaftliche Banken sind in einem Sicherungsfonds angeschlossen, sodass die Mitglieder noch nie in der Pflicht standen. Bei Wohnungsbau- und Energiegenossenschaften ist die Gefahr laut der Zeitschrift Finanztest größer.

Wer Mitglied einer Genossenschaft ist, sollte seine Rechte wahrnehmen und zur Generalversammlung gehen und sein Stimmrecht nutzen. Aufpassen sollte man, wenn ein Jahresabschluss länger als zwölf Monate zurück liegt. Hellhörig sollten Sie zudem werden, wenn bei einer Genossenschaft das Einwerben von Kapital im Vordergrund steht. Vor allem dann, wenn Sie mit geringen Summen Genosse werden und dann viel mehr Geld in Darlehn stecken sollen. Die Zeitschrift Finanztest hat eine Warnliste veröffentlicht test.de/warnliste , auf der Sie unseriöse Unternehmen finden.

Natürlich gibt es immer wieder neue Genossenschaften, die noch nicht geprüft wurden. Dann hilft es, selbst kritisch zu prüfen. Grundsätzlich gilt für Anteile an Genossenschaften das, was für alle Geldanlagen zutrifft: Informieren Sie sich genau über mögliche Risiken, bevor Sie jemanden Ihr Geld anvertrauen.

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Anteile an Genossenschaften: erst prüfen, dann zeichnen
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Dieser Newsletter wurde von Ruth Steinert im September 2015 veröffentlicht.
Dieser Newsletter wurde von Ruth Steinert im September 2015 veröffentlicht.

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