Sind Roboter die besseren Finanzberater?

Algorithmen dringen vermehrt in alle Bereiche unseres Lebens vor – auch in die Anlageberatung. Statt einem Menschen aus Fleisch und Blut zu vertrauen, können Anleger ihr Vertrauen und ihr Geld in nüchterne Mathematik investieren. Die neuen Robo-Advisor sind automatisierte Anlageberater, die Anleger auf der Basis von Algorithmen automatisiert beraten und in manchen Fällen sogar das Geld für die Kunden anlegen können. 

Die Computerprogramme setzen meist auf Strategien, die sich über Indexfonds und börsengehandelte Investmentfonds (ETFs) umsetzen lassen. Diese Produkte bilden eine Vielzahl von Aktien oder Anleihen ab – Ländermärkte, einzelne Währungsräume oder auch globale Märkte. Anleger geben ihr Alter, das Renditeziel, die Risikobereitschaft sowie das verfügbare Einkommen in das entsprechende Programm ein. Dann heißt es abwarten, ob die Anlage tatsächlich Gewinn abwirft. 

Rechenleistung statt Emotionen

Viele Robo-Berater steuern das Portfoliorisiko, indem sie verschiedene Kursschwankungsmaße (Volatilitätsmaße), mathematische Modelle und Prognosesysteme (Trendfolgesysteme) miteinander kombinieren. Das bedeutet viel Rechenarbeit. Robo-Berater reagieren deshalb meist mit einer zeitlichen Verzögerung. Das schränkt den vermeintlich größten Vorteil computergestützter Geldanlage ein. Auch Robo-Berater-Portfolien sind gegen plötzliche Kursschwankungen nicht immun.

 

Das Magazin „Finanztest“ hat sich die wichtigsten dieser Robo-Berater näher angesehen. Ihr Ergebnis: Der Portfolioaufbau ist häufig unausgewogen, die Anleger werden nicht gut informiert. Dementsprechende Bewertungen haben die digitalen Vermögensberatungen bekommen: Von den 14 getesteten Robo Beratern erhielten nur zwei die Note „gut“, zwei der Online-Finanzdienste erhielten gar die Benotung „mangelhaft“. Allerdings wird die Performance bei der Bewertung noch nicht berücksichtigt, da viele Angebote noch zu kurz auf dem Markt sind.

 

Die Stärke der Robo-Berater ist zugleich ihre größte Schwäche. Sie kalkulieren nüchtern und sachlich auf der Basis von Vorgaben, die zum einen vom Kunden, zum anderen vom Markt festgelegt werden. Doch der Finanzmarkt reagiert oft emotional. Nachrichten, Persönlichkeiten, politische Entwicklungen und internationale Verbindungen bilden ein komplexes Netz, das sich entscheidend auf Kursentwicklungen auswirkt. 

 

Fazit:

Wer sich mit Geldanlage nicht auskennt und nur kleine Beträge investieren möchte, für den kann ein Robo-Berater eine Option sein. Wer sich auskennt, kann die Vorschläge des Robo-Beraters zwar besser beurteilen, kommt aber schnell an den Punkt, wo eine nicht ausreichend optimierte Anlagestrategie sich weniger stark auswirkt als die anfallenden Gebühren des Robo-Beraters. Eine Konkurrenz für menschliche Anlageberater  sind sie nicht. Informationen, Begründungen für Entscheidungen und die Berücksichtigung individueller Wünsche und persönlicher Einschätzungen von Entwicklungen können Robo-Berater jedenfalls nicht adäquat in ihre Anlagestrategie einbinden.   

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Dieser Newsletter wurde von Ruth Steinert im März 2019 geschrieben und veröffentlicht.
Dieser Newsletter wurde von Ruth Steinert im März 2019 geschrieben und veröffentlicht.

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