Finanzielle Repression - Entschuldung des Staats zu Lasten der Sparer

Viele Sparer fragen sich derzeit: „Ist mein Erspartes eigentlich noch sicher?“ Wenn ein Teil der Sparguthaben der Zyprioten für die Schuldentilgung verwendet wird, verunsichert das naturgemäß. Doch auch ohne so krasse Mittel hat Vater Staat ein Mittel, um sich schleichend zu entschulden: die finanzielle Repression. Und in dieser Situation befinden wir uns gerade. Die Zinsen sind sehr niedrig und das ist auch künftig so gewollt. Für fünfjährige Bundesanleihen bekommt man derzeit eine Rendite von etwa 0,4 Prozent. Da die Geldentwertung, also die Inflation, aber bei 1,6 Prozent liegt, verliert Vermögen, das in Bundesanleihen investiert ist, real 1,2 Prozent jährlich an Wert. Das freut den Staat, weil seine Schulden durch die Geldentwertung langsam weniger werden und er muss nicht zu solch unbeliebten Mitteln wie Steuererhöhung greifen. Eine Beispielrechnung, die Jan Holthausen von der DZ Bank im Handelsblatt aufstellte, verdeutlicht dies: Bei einer Schuldenquote von 100 Prozent der Wirtschaftsleistung ist die reale Staatsschuld bei einem negativen Realzins von einem Prozent nach zehn Jahren ein Fünftel geringer als bei einem positiven Realzins von einem Prozent. 

 

Die finanzielle Repression ist kein neues Phänomen: Bereits in den 1940er Jahren in den USA oder in den 1990er Jahren in der Türkei - während einer galoppierenden Inflation - haben sich die beiden Staaten auf diese Weise und auf Kosten der Sparer saniert. Je höher die Inflation, desto wirkungsvoller ist die finanzielle Repression.  Aber auch ohne hohe Inflation brauchen Sparer Alternativen, um das eigene Vermögen zu bewahren und da führt kein Weg an Sachwerten vorbei - allen voran an Aktien. Betrachtet man frühere Phasen der finanziellen Repression, zeigt sich, dass es sich auf alle Fälle lohnt. In den USA stiegen die Kurse der Aktien während der Zeit der finanziellen Repression um fast elf Prozent jährlich, Dividenden kamen noch obendrauf. Dagegen brachten langlaufende Staatsanleihen mit nur halb so hoher Rendite bei einer Inflation von jährlich fünf Prozent reale Verluste ein. Ebenso ging in den 1990er Jahren in der Türkei bei Festgeldanlagen die Hälfte der Kaufkraft verloren, während man mit Aktien sein Kapital real verdoppelte.  

 

Fazit:

Niemand weiß, wie die Inflation sich die Inflation entwickelt. Will man jedoch auf der sicheren Seite sein und sein Vermögen mehren, sollte man sein Geld unbedingt auf verschiedene Anlage-Klassen zu streuen. Dabei sollten Aktienfonds einen nennenswerten Teil des Vermögens ausmachen.

Dieser Artikel wurde von Ruth Steinert im April 2013 veröffentlicht.
Dieser Artikel wurde von Ruth Steinert im April 2013 veröffentlicht.

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