Offene Immobilienfonds sind unsicher und bringen kaum Ertrag

Reaktion durch Leserbrief auf einen Artikel in der Finanztest (Ausgabe: 01/2013)

In der Finanztest 01/2013 endete der Artikel über „Vernunft hilft immer“ mit einer Empfehlung für offene Immobilienfonds. Diese Empfehlung kann ich nicht nachvollziehen. Aus meiner Sicht sind offene Immobilienfonds mittlerweile eine problematische Anlageklasse. Alle offenen Immobilienfonds, die nicht zu einer Bankengruppe gehörten, gingen zuletzt in die Abwicklung. Doch auch die anderen Fonds sind per se nicht besser als diejenigen, die abgewickelt wurden. Grundsätzlich teile ich die Ansichten der Finanztest zum Thema Immobilien. In diesem Punkt kann ich die Schlussfolgerung jedoch überhaupt nicht nachvollziehen und möchte sie infrage stellen.

 

Dafür gibt es mehrere Gründe: Zunächst ist es erstaunlich, dass es offene Immobilienfonds nur in Deutschland gibt und in keinem anderen Land der EU. Nun soll - innerhalb kurzer Zeit - diese Anlageklasse schon wieder gesetzlich neu geregelt werden. Dabei soll die Rückgabe der Anteile – und damit die Liquidität der Anleger - sehr stark eingeschränkt werden. Das sorgt nicht unbedingt für Vertrauen bei den Anlegern und trägt auch nicht dazu bei, deren investiertes Vermögen zu schützen. Zudem wird der demografische Wandel auch bei den Gewerbeimmobilien seine Spuren hinterlassen.

 

Das sind alles Gründe, warum ich einen offenen Immobilienfonds keinesfalls als eine Alternative für eine eigene Immobilie sehe. Ihre Ansicht, dass ein offener Immobilienfonds das kleinere Wagnis im Vergleich zu einer kostspieligen Einzelimmobilie ist, teile ich ebenso wenig. Ein kleineres Wagnis ergibt sich lediglich aus dem geringeren Betrag, den der Kunde/ die Kundin investiert. Das Risiko ist dennoch insgesamt höher, weil man die Immobilien eines offenen Fonds viel schlechter beurteilen kann, als ein Eigenheim vor Ort. Zudem halte ich gerade Gewerbeimmobilien für kritisch, weil sie für den Privatanleger viel schlechter einschätzbar sind.

 

Daher glaube ich, dass diese Anlageklasse langfristig eine geringe Chance hat, gute Erträge zu erwirtschaften. Lediglich wenn ein Fond ausschließlich aus Core-Immobilien besteht, kann er eine gute Rendite erwirtschaften. Die Verluste, die einigen Anlegern aus der Abwicklung der offenen Immobilienfonds entstanden sind, haben das Vertrauen in diese Anlageklasse schwer erschüttert. Die Immobilien mussten teilweise stark abgewertet werden. Selbst Gewerbeimmobilien an guten Standorten in München werden bis zu 20 Prozent unter ihrem Wert verkauft. Mir ist zudem bekannt, dass selbst Banken schon darüber nachdachten, ihre offenen Immobilienfonds zu verkaufen, weil diese Anlageklasse keine Einnahmen mehr bringen. Zusammenfassend kann man die Aussage des Handelsblatts zur Zusammensetzung der offenen Immobilien-Fonds zitieren: wenige Rosinen, viele Zitronen.

Dieser Leserbrief wurde von Ruth Steinert im Februar 2013 an die Finanztest geschrieben.
Dieser Leserbrief wurde von Ruth Steinert im Februar 2013 an die Finanztest geschrieben.

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